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Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

Integration von Familien ausländischer Herkunft

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen


Integration: Fördern und Fordern

Die Integration von rechtmäßig und dauerhaft hier lebenden Familien ausländischer Herkunft im Sinne einer Einbindung in die sozialen und gesellschaftlichen Strukturen der Bundesrepublik Deutschland ist eine große Herausforderung. Staat und Gesellschaft stellen sich dieser Aufgabe. Dabei gewährleistet die ausländerrechtliche Sicherheit die notwendige Lebensplanung, und die Einbeziehung der Ausländerinnen und Ausländer in die sozialen Sicherungssysteme trägt wesentlich zur Integration bei. Integration zu fördern ist aber nur die eine Seite, Integration zu fordern die andere: Integration kann nur für den gelingen, der selbst dazu bereit ist. Integration ist daher vor allem das Bemühen, die deutsche Sprache in Wort und Schrift zu erlernen. Integration bedeutet aber auch, die in Deutschland geltenden Normen und Wertvorstellungen zu akzeptieren und zu respektieren.


Voraussetzung für Integration: Das Beherrschen der deutschen Sprache

Die Bedeutung, die dem Erlernen der deutschen Sprache für die Integration in das soziale und gesellschaftliche Leben in Deutschland zukommt, ist unbestritten. Gerade für die in Deutschland lebenden ausländischen Kinder und Jugendlichen kommt der Beherrschung der deutschen Sprache die entscheidende Rolle zu. Umfassende Sprachkenntnisse in Deutsch ermöglichen nicht nur den erfolgreichen Abschluss von Schul- und Berufsausbildung, die erfolgreiche Bewerbung um einen Arbeitsplatz sowie das vollwertige Ausfüllen des Arbeitsplatzes, sondern letztlich auch die vollwertige Teilnahme am täglichen Leben.

Untersuchungen in der Schule zeigen, dass Akzeptanz und Ablehnung von ausländischen Kindern und Jugendlichen durch deutsche Mitschülerinnen und Mitschüler eng mit der Beherrschung der deutschen Sprache verknüpft sind. Aus Gesprächen mit Lehrkräften ist bekannt, dass es nicht selten zu Auseinandersetzungen aufgrund sprachlicher Probleme kommt. Gerade an Schulen mit einem hohen Anteil ausländischer Schüler besteht auch die Gefahr kultureller und gesellschaftlicher Konflikte. Interkulturelle Erziehung wirkt vermittelnd und hat daher große Bedeutung bei der Erfüllung des allgemeinen Bildungsauftrags.


Die Bedeutung des Kindergartenbesuchs

Integration muss frühzeitig beginnen, wenn der Prozess gesellschaftlicher Eingliederung erfolgreich verlaufen soll. Der Kindergartenbesuch wirkt sich positiv auf die Sprachentwicklung aus, aber auch auf die notwendigen frühkindlichen Kontakte zwischen deutschen und ausländischen Kindern untereinander. Für den späteren Schulbesuch werden damit die entscheidenden Weichen gestellt.

Obwohl viele ausländische Kinder in den Kindergarten gehen, gibt es auch Tendenzen, die Kinder im Bekanntenkreis betreuen zu lassen. Hierbei gibt nicht der Selbsthilfecharakter der Betreuung Anlass zur Sorge. Nachteilig ist die zunehmende Selbstisolierung eines Teils dieser ausländischen Eltern durch die eigenethnische Ausrichtung der Betreuung. Die Folge ist, dass die Kinder unter sich bleiben, nur die Muttersprache pflegen und mit Beginn der Schulpflicht nicht oder nur sehr wenig Deutsch sprechen. Die Konzentration ausländischer Familien in bestimmten Wohnquartieren begünstigt diese Entwicklung.

Ausländische Eltern müssen sich deshalb noch stärker bewusst machen, dass der frühzeitige und regelmäßige Besuch des Kindergartens die Entwicklung ihres Kindes und die Integrationsmöglichkeiten fördert.


Sprachförderung und Integration in der Schule

Zentrales Ziel der Förderung der ausländischen Schülerinnen und Schüler an den Grund- und Hauptschulen bleibt die gründliche und schnelle Vermittlung der deutschen Sprache und damit die möglichst reibungslose Integration in der Schule sowie später in Ausbildung und Beruf. Auch muttersprachlicher Unterricht ist Bestandteil des Unterrichtsangebotes. Der Prozess des Zweitspracherwerbs erfordert aus didaktischen Gründen ein gefestigtes muttersprachliches Fundament.

Die Schule hat allerdings nur einen begrenzten Zeitraum zur Förderung der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Der weitaus größte Teil der erzieherischen Betreuung geschieht im Elternhaus. Die verantwortliche Mitarbeit der ausländischen Eltern bei der Bildung ist daher unverzichtbar.


Angebote der Kinder- und Jugendhilfe

Die Integration ausländischer junger Menschen setzt voraus, dass deutsche und ausländische Jugendliche gemeinsam lernen, arbeiten und die Freizeit gestalten. Ziele der Kinder- und Jugendhilfe für ausländische junge Menschen sind:
  • Verbesserung des Zugehörigkeitsgefühls,
  • Erhöhung ihrer sozialen Teilhabechancen,
  • Abbau von konkreten Benachteiligungen,
  • Unterstützung in schulischen, beruflichen, persönlichen und sozialen Belangen.
Kinder- und Jugendhilfe will bei bestimmten Problemlagen helfen. So kann bei Lern-, Konzentrations- und Motivationsproblemen, beim Fernbleiben von der Schule oder der Ausbildungsstelle sowie bei Loyalitätskonflikten mit dem Elternhaus Hilfestellung gegeben werden. Dabei muss das gesellschaftliche Umfeld eingebunden werden. Wichtig ist die Bereitschaft der ausländischen Kinder, Jugendlichen und ihrer Eltern, integrationsfördernde Angebote auch anzunehmen.


Sozialpolitik stärkt Integration

Die Teilhabe der dauerhaft und rechtmäßig in Bayern lebenden ausländischen Familien an den sozialen Angeboten und Leistungen ist ein wesentliches Element gelungener Integration. Der Beitrag der Familienpolitik zur Integration ist erheblich: Familienpolitik bietet allen Familien Unterstützung und Beratung, vielfältige Kinderbetreuungsangebote und finanzielle Leistungen. Bereits jetzt kommen die von Kinderzahl und Einkommenshöhe abhängigen familienpolitischen Leistungen ausländischen Familien in hohem Maße zugute.

Familienpolitik will möglichst gute Lebens- und Entwicklungsmöglichkeiten für die Familien schaffen. Die Erziehungsverantwortung der Eltern gegenüber ihren Kindern besteht unabhängig von der Staatsangehörigkeit. Die Ansätze und Ziele der Familienpolitik, die insgesamt die Erziehungsverantwortung der Eltern stärken sollen, unterscheiden deshalb auch nicht zwischen deutschen und ausländischen Familien. Folgende familienpolitische Angebote sind insbesondere zu nennen:

Weitere Informationen

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
Referat I/2
Winzererstraße 9
80797 München
Tel.: 089/1261-01
Website: http://www.stmas.bayern.de


Letzte Änderung: 18.06.2004 15:21:39Zum Seitenanfang