ZUM TEXTHauptmenüHauptseiteFamilienhandbuch-Forum Stichwortsuche von A bis ZAktivitäten mit KindernAngebote/Hilfen Behinderung Elternschaft Ernährung Erziehungsbereiche Erziehungsfragen Familie und Beruf Familienbildung Familienforschung Familienpolitik Gesundheit Häufige Probleme Haushalt/Finanzen Jugendforschung Kindertagesbetreuung Kindheitsforschung Kindliche Entwicklung Leistungen für Familien Partnerschaft Rechtsfragen Schule Teil- und Stieffamilien Trennung/Scheidung VerschiedenesImpressumKontakt | ZUM MENÜFamilienbewusste Personalpolitik macht KarriereRegina Hartweg-Weiss In den letzten Jahren hat sich auf dem Gebiet der Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Hinblick auf ein familienorientiertes Personalmanagement einiges getan. Immer mehr Unternehmen haben erkannt, dass sich Familienfreundlichkeit auszahlt, auch in ökonomischer Hinsicht. Wer qualifizierte Mitarbeiter/innen gewinnen, fördern und langfristig binden möchte, muss auch die familiären Bedürfnisse berücksichtigen. Eine Reihe von Instrumenten wurde entwickelt, um den Nutzen und die Effekte familienfreundlicher Maßnahmen zu messen, nachzuweisen und nach Außen zu demonstrieren. Eines dieser Instrumente ist das Audit FAMILIE & BERUF, welches als zukunftsweisendes Beratungsinstrument vom Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz österreichischen Unternehmen angeboten und gefördert wird. Das Audit FAMILIE & BERUF ist ein multifunktionales Instrument, das in allen Branchen und Betriebsgrößen, in Wirtschaftsunternehmen und im öffentlichen Dienst einsetzbar ist. Dem vielfach gebrachten Argument, familienfreundliche Maßnahmen seien teuer und nur in Großunternehmen umsetzbar, steht das praxiserprobte Audit FAMILIE & BERUF entgegen. Familienfreundliche Maßnahmen müssen nicht immer mit hohen finanziellen Investitionen verbunden sein. In allen zertifizierten Unternehmen hat das Audit zu messbaren Erfolgen geführt: Die Motivation der Mitarbeiter/innen ist gestiegen, gleichzeitig verbunden mit einer höheren Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter/innen und damit dem Sinken der Fluktuation und der Krankenstände, was wiederum insgesamt zu einer Verbesserung des Unternehmensimages geführt hat. Das Audit FAMILIE & BERUF führt das Unternehmen in einen internen Prozess, in dem Ziele und Maßnahmen einer familienbewussten Personalpolitik definiert und umgesetzt werden. Auf dieser Basis können Defizite identifiziert, Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt und Veränderungs- und Entwicklungsstrategien eingeleitet werden. Entscheidend ist, dass damit kein einmaliger Selbsttest, sondern ein Prozess in Gang gesetzt wird, bei dem Unternehmen mit Hilfe des Audits ihr individuelles Konzept entwickeln, um Unternehmensinteressen und Mitarbeiterbelange in eine tragfähige Balance zu bringen. Das Audit FAMILIE & BERUF durchläuft drei Stufen, die aufeinander abgestimmt sind und sich reibungslos in den betrieblichen Alltag integrieren lassen.
![]() Grafik 1: Ablaufdarstellung mit Pfeil Das Interesse von Unternehmen an familienfreundlichen Maßnahmen im Betrieb beruht auf einem ganzen Bündel von betriebswirtschaftlich relevanten Effekten. Untersuchungen und Unternehmensbefragungen zu diesem Thema zeigen ein breites Nutzenprofil. Befragt man Unternehmen nach ihren Gründen, Maßnahmen einer familienfreundlichen Personalpolitik einzuführen, so werden vor allem die Verbesserung der Motivation und Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten, der Abbau von Stress und die damit einhergehenden niedrigeren Fluktuations- und Krankheitsquoten genannt. ![]() Grafik 2: Gründe für die Entwicklung von familienbewussten Arbeitgeberinitiativen (Quelle: Families & Work Institute, New York) Zahlreiche namhafte Unternehmen haben das Audit FAMILIE & BERUF bereits durchgeführt. Dabei hat sich die Effizienz des Audits in den unterschiedlichen Branchen und Betriebsgrößen, in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Bereich erwiesen. ![]() Grafik 3: Auszug aus Standortliste, Unternehmensverzeichnis Bundeswettbewerb "Frauen- und familienfreundlichster Betrieb"Die familienpolitische Strategie, Unternehmen in ihrem eigenen Interesse zu frauen- und familienfreundlichen Maßnahmen zu motivieren statt ihre unternehmerischen Spielräume durch starre gesetzliche Regelungen einzuengen, hat zur Entwicklung von Wettbewerben geführt.Der erstmals 1999 durchgeführte Bundeswettbewerb "Frauen- und familienfreundlichster Betrieb" versteht sich als Anreiz, um Unternehmen, die eigeninitiativ frauen- und familienfreundliche Maßnahmen ergreifen, durch eine staatliche Auszeichnung zu unterstützen und ihr Engagement zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur Förderung der Chancengleichheit öffentlichkeitswirksam anzuerkennen. Der Bundeswettbewerb "Frauen- und Familienfreundlichster Betrieb" basiert auf den Landeswettbewerben der Bundesländer, in denen bereits seit einigen Jahren die frauen- und familienfreundlichsten Unternehmen des jeweiligen Bundeslandes ermittelt werden. Die Kriterien des Bundeswettbewerbes "Frauen- und Familienfreundlichster Betrieb" beziehen sich auf die zentralen Handlungsfelder der Unternehmenspolitik, in denen Frauen und Mitarbeiter mit Kindern durch spezielle Angebote und Leistungen gezielt unterstützt werden können. Kriterien zur Ermittlung der Siegerbetriebe sind z.B. Anteil von Frauen in Führungspositionen, Frauen-Weiterbildungsquote im Unternehmen, Flexibilität der Arbeitszeit, Quote der Wiedereinsteiger/innen, Maßnahmen des Unternehmens im Bereich Kinderbetreuung, Anteil der Teilzeitjobs und vieles mehr. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz sowie unter http://www.familieundberuf.info und http://www.familienfreundlichsterbetrieb.at. Autorin
Mag. Regina Hartweg-Weiss MES (Master in European Studies) | ||
Letzte Änderung: 02.08.2004 11:09:32 |