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![]() Zahlreiche Prominente haben ein Faible für nicht gerade alltagstaugliche Namen für ihre Kinder: Verona Pooth (ehemalige Feldbusch) z. B. nannte ihren Sohn nach der amerikanischen Stadt San Diego. Nun, der Künstlerwelt ihre Freiheit, aber woher wollen die Promis wissen, was aus dem Nachwuchs einmal wird, in den man soviel Hoffnung setzt. Vielleicht arbeitet San Diego Pooth einmal nicht in der Filmbranche, sondern beim Finanzamt und in dieser Umgebung kann so ein „hipper“ Vorname schon leicht zum Gespött seiner Kollegen werden. Namen begleiten einen nicht nur das ganze Leben, sondern sie geben einem auch Identität. Wer verbindet nicht einen gehörten Namen automatisch mit einem imaginären Menschen. Ideal ist es, wenn dieses „Bild“ auch noch der Realität entspricht, wenn der Name aber stets zur Belustigung der Mitmenschen dient, kann das äußerst mühsam und qualvoll werden. Keine Frage, es ist gar nicht so einfach einen passenden Vornamen für sein Kind zu wählen, obwohl man zumindest 9 Monate Zeit hat, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Hilfestellung liefern auch die alljährlich aufgesetzten Vornamentrendlisten. Dabei ist es ein wenig amüsant zu sehen, wie sich diese im Laufe der Zeit doch immer wieder verändern: 1920 waren bei den Mädchen Hildegard, Gertrud, Ilse und Lieselotte noch die trendigsten Namen, bei den Buben Heinz, Hans, Werner und Kurt. Die aktuelle Vornamen-Hitparade(laut STATISTIK AUSTRIA)Buben:1. Platz: Lukas, bereits seit 1996 Spitzenreiter (lateinischer Ursprung, eigentlich ein Herkunftsname: „der aus Lucania Stammende“)2. Platz: Florian (lateinisch: der Blühende, der Prächtige) 3. Platz: Tobias (hebräisch: Gott ist gnädig) 4. Platz: David (hebräisch: der Geliebte, in der Bibel ist König David der Bezwinger des Riesen Goliath und der Gründer des jüdischen Staates) 5. Platz: Alexander (griechisch: der Männerabwehrende, der Schützer, im deutschen Sprachraum erst seit dem 18.Jhdt. durch die Bewunderung für den russischen Zaren Alexander I. verbreitet) Mädchen:1. Platz: Sarah (hebräischer Ursprung: die Fürstin)2. Platz: Anna (hebräisch: Gottes Gnade, durch die Verehrung der Mutter der biblischen Maria, seit dem Mittelalter weit verbreitet) 3. Platz: Julia (aus dem Lateinischen von Julius abgeleitet, eigentlich ein römischer Herkunftsname – „der aus dem Geschlecht der Julier“, seit Shakespeares Drama „Romeo und Julia“ bei uns auch sehr beliebt 4. Platz: Laura (aus dem Italienischem: Kurzform von Laurentia (Lorbeer) 5. Platz: Lena (Kurzform zu Helene und Magdalene, aus dem Griechischem: die Sonnenhafte) Doch natürlich sind auch Trendnamen reine Geschmacksache, man sollte bedenken, dass es letztendlich sehr viele Kinder mit diesen Namen im gleichen Alter geben wird. Zum Beispiel, wer kennt nicht „Kevin allein zu Haus“. Vor diesem Film hieß kein Bub im Umkreis von 500 km Kevin. Spätestens neun Monate nach Filmstart gab es auf jeder Geburtenstation Kevin 1 bis 10. Ein Vorteil ist jedenfalls, wer wie viele heißt, eckt nicht an. Was sollte man bei der Namensüberlegung bedenken?
Welchen Vornamen darf man aus rechtlicher Sicht seinem Kind verpassen?Während es z. B. in den USA erlaubt ist, Ortsnamen, Berufsbezeichnungen, Automarken oder sogar Nachnamen als Vornamen zu vergeben, ist dieses in Österreich nur bedingt zulässig. Streitpunkte mit den Standesbeamten gibt es dann, wenn außergewöhnliche Namen im Ausland mittlerweile üblich geworden sind. Frau Beiler vom Standesamt Wien, Innere Stadt: “Wenn es Unklarheiten bei der Vornamensvergabe gibt, wenden wir uns an das Institut für Sprachforschung an der Uni Wien, dort weiß man über alle Namen in den verschiedenen Kulturkreisen Bescheid. Wir fragen vor allem dann nach, wenn eingebürgerte Eltern ihrem Kind einen Namen aus ihrem Herkunftsland geben wollen, die können wir natürlich nicht alle wissen. Vornamen können nicht mehr geändert werden, außer man stellt einen Antrag beim zuständigen Magistrat/Gemeindeamt, dort wird der Fall zunächst geprüft. Das Vornamensrecht ist im Personenstandsgesetz verankert. Auf jedem Standesamt liegt das „Vornamensbuch“ auf, das im Grunde alle existierenden Vornamen enthält. Letztendlich liegt es aber an dem zuständigen Standesbeamten, ob er einen Namen genehmigt oder nicht.Einige Grundregeln muss man bei der Vornamenswahl unbedingt beachten:
Kuriose Beispiele:Wenn man sich so manches Beispiel aus der Praxis anschaut, ist es ganz in Ordnung, dass der Phantasie mancher werdender Eltern Grenzen gesetzt wird! Ein offenbar Kinderserien begeisterter Vater wollte auf einem Standesamt in Deutschland für seinen Sohn den Namen „Pumuckl“ durchsetzen, doch die Standesbeamten verweigerten ihm diesen Wunsch. Nach einem Rechtsstreit konnte er den Namen als zweiten Vornamen eintragen lassen.Til Schweiger, der deutsche Schauspieler, nannte seine Tochter „Emma Tiger“, allerdings tat er dies im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Amerika, kund. Als ein gleichgesinntes deutsches Pärchen, diesen Namen auch für sein Töchterchen wollte, wurde ihm dieser Wunsch zunächst vom Amtsgericht verweigert, da das Geschlecht des Kindes durch diesen Namen nicht eindeutig erkennbar sei. Später wurde dieser Beschluss jedoch wieder aufgehoben, mit der Begründung, dass Til Schweiger im ganzen Land soweit bekannt sei, dass der Name seines Kindes „Emma Tiger“ durchaus an Akzeptanz gewinnt. Ein Vater aus Hessen, Deutschland, wollte sein Kind „et omnes sancti“ (frei übersetzt: „und alle Heiligen“) nennen, zunächst wurde es ihm verweigert. Doch der gute Vater ließ nicht locker und konnte schließlich nachweisen, dass es einen lebenden Mitbürger mit diesem Namen gibt und dieser Name in vergangenen Zeiten sehr wohl häufig vorkam. So wurde es tatsächlich amtlich, dass der Nachwuchs künftig mit dem Namen et omnes sancti (als dritten Vornamen) durchs Leben gehen muss. Übrigens, gibt es mittlerweile in Deutschland einige „et omnes sanctis“! Ein ähnlicher Fall, nur nicht ganz so ausgefallen, passierte in Berlin. Eltern wollten dort ihr Kind unbedingt Nemo nennen. Der Name steht weder im deutschen Namenverzeichnis, noch lässt er eindeutig das Geschlecht erkennen. Zusammen mit dem zweiten Vornamen Maximilian wurde es den Eltern dann doch erlaubt, ihren Sohn nach der Hauptfigur aus dem Film "Findet Nemo" zu benennen. Mittlerweile hat der Name „Nemo“ schon halb Deutschland erobert, es gibt sogar einige Erwachsene, die so heißen (nach der Hauptfigur des Romans „20000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne benannt). Vornamenregelung in anderen LändernChinaChinesische Namen sind grundsätzlich dreigeteilt: als erstes der Familienname, dann der individuelle Name und zuletzt der Generationsname. Die beiden letzteren bilden den persönlichen Namen, der unserem Vornamen gleicht.Hitlisten der beliebtesten chinesischen Vornamen sucht man vergebens. Einerseits gibt es in China nur wenige hundert Familiennamen, andererseits führt die Suche nach einem individuellen Vornamen zu Millionen von verschiedenen Vornamen. Bei der Auswahl des Namens legen die Eltern viel Wert auf seine Bedeutung, oft werden Wünsche damit ausgedrückt, die sie dem Kind mitgeben wollen. Da es bislang keine staatliche Regelung der Vornamenswahl gibt, kann man meist übrigens das Geschlecht des Kindes nicht am Namen erkennen. JapanHier wird besonders auf den Klang und die Aussprache eines Namens geachtet, auch hier spielt die Bedeutung des Namens eine große Rolle. Die Familien wählen allerdings oft Namen aus der Familie, die schon seit Generationen weitergegeben werden. Japanische Namen werden meist in der bildhaften Kanji-Schrift geschrieben, deshalb bekommen viele Babys einen Namen, der aus besonders schönen Schriftzeichen besteht.AfrikaIn den meisten afrikanischen Staaten zählt in erster Linie die Bedeutung des Namens:Ababno heißt übersetzt: Kind, das zurück kommt Abam: zweites Kind nach Zwillingen Jabali: stark wie ein Fels Literatur
„Lexikon der Vornamen“ QuelleFratz und Co. (österreichische Familienzeitschrift) Autorin
Andrea Wipplinger, Mutter zweier Kinder, arbeitet als freie Journalistin, hauptsächlich für das österreichische Familienmagazin "Fratz und Co." (www.fratz.at) und als Aufnahmeleiterin für die Infothemensendung "Willkommen Österreich" beim ORF. Adresse
Email: Andrea Wipplinger | ||
Letzte Änderung: 23.10.2007 09:46:44 |